Zeitgenössischer Goldschmied, Objektkünstler und Schmuckdesigner
Bernhard Stimpfl-Abele ist ein zeitgenössischer Goldschmied, Objektkünstler und Schmuckdesigner. Er wurde 1983 in Linz, Österreich, geboren. Nach seinem Abschluss als Goldschmied an der HTL Steyr im Jahr 2003 studierte und arbeitete er im Bereich zeitgenössischer Schmuck- und Objektkunst in Italien, Spanien und Schweden. 2010 schloss er sein Masterstudium im Bereich Schmuck und Objekt an der Konstfack University in Stockholm ab. 2012 gründete er das Galerie-Café „Parallell“ in Stockholm, Schweden. Zwischen 2013 und 2014 unterrichtete Stimpfl-Abele Goldschmiedekunst, Objektkunst und Design im Design Studio by Azza Fahmy in Kairo, Ägypten, an dessen Aufbau er in dieser Zeit maßgeblich beteiligt war. Die Arbeiten von Bernhard Stimpfl-Abele wurden in zahlreichen Ausstellungen und Präsentationen in vielen Ländern der Welt gezeigt.
Ende 2024 verlegte der Künstler seinen Lebensmittelpunkt nach Freudenthal nahe dem österreichischen Attersee – an einen Ort, der eng mit seinen Wurzeln, der Geschichte der ehemaligen Glashütte Freudenthal und dem kulturellen Erbe der Familie Stimpfl-Abele verbunden ist.
Ausbildung:
2015/16
Ausbildung zum Forstwart und Forstfacharbeiter
Forstfachschule Waidhofen an der Ybbs
2010
Master of Fine Arts in Crafts – Zeitgenössischer Schmuck und Objektkunst
Konstfack University, Stockholm, Schweden
2008–10
Masterstudium bei Ruudt Peters und Karen Pontoppidan
Konstfack University, Stockholm, Schweden
2007–08
Phase selbstständiger künstlerischer Arbeit
Barcelona, Spanien
2006–07
Lehr- und Arbeitsjahr bei Peter Bauhuis
Arbeit in der eigenen Werkstatt, Barcelona, Spanien
2004–06
Alchimia School of Contemporary Jewellery
Spezialisierungskurs bei Prof. Manuel Vilhena
Spezialisierungskurs bei Prof. Manfred Bischoff
Florenz, Italien
2004–07/08
Sommerakademie Salzburg bei Johanna Dahm und Patrick Muff
Salzburg, Österreich
2004
Zweimonatiges Praktikum bei Sven Boltenstern
Wien, Österreich
2002
Einmonatiges Praktikum bei Franz-Joseph Baischer
Mondsee, Österreich
1999–2003
HTL Steyr – Goldschmiedekunst und Metalldesign
Steyr, Österreich
Lebenslauf
Aktuell
Künstler und Designer im eigenen Unternehmen Abele Jewellery & Objects
Freudenthal, Österreich
2017
Gründung des eigenen Unternehmens Abele Jewellery & Objects
Österreich
2014/15
Lehr- und Lebensaufenthalt
Kairo, Ägypten
2013/14
Leben und Arbeiten in Kairo als Kunst- und Designlehrer an der ersten Schmuckschule des Nahen Ostens, dem Design Studio by Azza Fahmy
Kairo, Ägypten
2012
Gründung des Galerie-Cafés und Arbeitsraums Parallell
Stockholm, Schweden
2010
Gründung des Unternehmens Abele Jewellery & Objects
Stockholm, Schweden
Armbänder, Ringe und Broschen
Individueller Schmuck
Objektkunst und Schmuck
Organic Metal
Meine Arbeit Organic Metal beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem Alten, dem Neuen und der Ambivalenz dazwischen.
Mein Ziel ist es, einen bestimmten Augenblick im Alterungsprozess festzuhalten – vielleicht sogar einzufrieren: einen konkreten Moment im Leben und im Verfall organischer Materialien, vor allem von Brot und Brotteig. Diese organischen Materialien bilden zugleich die Grundlage meiner Schmuckarbeiten.
Ich sehe Parallelen zwischen der Veränderung dieser Materialien und der Art und Weise, wie wir Menschen wachsen und uns entwickeln. Ich lasse meine Arbeiten durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Elemente auf natürliche Weise entstehen und sich weiterentwickeln. Aus der Distanz betrachtet erinnert dieser Prozess beinahe an Evolution. Sichtbar werden die Spuren eines Vorgangs, der bereits stattgefunden hat. Gleichzeitig können sie einen kurzen Blick in eine mögliche Zukunft eröffnen.
Objektkunst
Fruit Explosions
Skulpturen
Ghost Forms
Wenn das Alte zum Neuen wird:
In seinen jüngsten Arbeiten beschäftigt sich der zeitgenössische Schmuck- und Objektkünstler Bernhard Stimpfl-Abele damit, wie durch die Transformation alter Formen und Traditionen etwas Neues entsteht.
Der Künstler greift dabei auf historische Skizzen der Glasmacher der ehemaligen Glashütte Freudenthal sowie auf das Erbe der historischen Glasfabrik selbst zurück. Diese Symbole des Alten werden durch Spiegelung neu interpretiert und können so aus einer veränderten Perspektive zum Neuen werden.
Die spiegelnden Edelstahloberflächen der Skulpturen reflektieren ihre Umgebung. Sie fügen sich in die Landschaft ein und verändern gleichzeitig auf subtile Weise das Bild dessen, was sie widerspiegeln. Durch dieses Zusammenspiel wirken die Objekte lebendig und ständig im Wandel. Ihre Umgebung lässt sie immer wieder in einem neuen Licht erscheinen.
Eine Spiegelung zeigt das Neue auf zwei unterschiedliche Arten: Einerseits kann sie wie eine einfache Kopie wirken, andererseits eröffnet sie eine neue Perspektive, durch die sich unsere Wahrnehmung des Originals verändert.
Für den Künstler geht es in der Kunst nicht in erster Linie um das Alte, das Neue oder gar das Zeitlose. Es geht um das Leben selbst. Alt und Neu sind keine Gegensätze – sie gehören zusammen. Anstatt das eine als besser als das andere zu bewerten, bilden sie einen fortwährenden Prozess der Veränderung. In diesem Sinn wird die Spiegelung sowohl zur Metapher für das Neue als auch zu einem eigenständigen künstlerischen Medium.
Objektkunst
Bread Investigation
Objektkunst und Schmuck
Transformations
„Die Wiedergeburt des Werkzeugs“ – Ein Werkzeug ist in seinem Wesen und seiner Identität wesentlich komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.
In dieser Werkserie untersucht der zeitgenössische Schmuck- und Objektkünstler Bernhard Stimpfl-Abele die Transformation traditioneller Werkzeuge der Glasmacherei durch die Sprache zeitgenössischer Schmuck- und Objektkunst. Sein Ziel ist es, das Werkzeug in einem neuen Licht erscheinen zu lassen und seine verborgenen Identitäten sichtbar zu machen. Anstatt ausschließlich ein funktionaler Gegenstand zu bleiben, kann das Werkzeug ein neues Leben erhalten. Es wird als Schmuckstück wiedergeboren und bewahrt dabei zugleich den Charakter, die Erinnerung und den Geist des Werkzeugs, das es ursprünglich war. Ebenso wichtig ist die Geschichte dieser Transformation. Jedes fertige Objekt lädt den Betrachter dazu ein, sich eine eigene Geschichte dazu vorzustellen. Durch Beobachtung und Vorstellungskraft wird jedes Objekt zum Ausgangspunkt einer neuen Erzählung. Das folgende Beispiel zeigt die Transformation einer gewöhnlichen Schere in ein Schmuckstück.
Transformation Process
- Originale Schere
Das Leben der Schere
Ein Glasmacher schneidet zerbrochene Glasstücke in runde Formen, um daraus eine Halskette für seine Mutter herzustellen.
Identität der Schere
Werkzeug, funktional, gewöhnlich, leblos
- Originale Schere mit goldener Schraube
Das Leben der Schere
Was für eine schöne Geste. Überraschung – plötzlich verwandelt sich die Schraube der Schere in Gold!
Identität der Schere
Werkzeug, funktional, unverwechselbar
- Originale Schere mit goldener Schraube und durch Hitze verformten Griffen – die Griffe werden durch Hitze beziehungsweise Feuer geschmolzen und in die Länge gezogen
Das Leben der Schere
Die Mutter des Glasmachers erfährt, dass ihr Sohn eigens für sie eine Halskette anfertigt. Ihr Herz schmilzt – und mit ihm die Griffe der Schere. Überraschung!
Identität der Schere
Werkzeug, funktional, unverwechselbar, lebendig
- Die Schere wird zur Halskette – die goldene Schraube und die verlängerten, durch Hitze geformten Griffe werden mit einem Anhänger verbunden. Die Schere verwandelt sich dadurch in eine Halskette.
Das Leben der Schere
Who would have taught that scissors could become something more than a tool? The glass maker chooses to honour them by transforming them into the necklace he gives to his mother, instead of using the broken peaces of glass which remain lifeless.
Wer hätte gedacht, dass eine Schere mehr sein könnte als bloß ein Werkzeug? Der Glasmacher entscheidet sich, ihr besondere Bedeutung zu verleihen, indem er sie selbst in jene Halskette verwandelt, die er seiner Mutter schenkt – anstatt dafür die zerbrochenen Glasstücke zu verwenden, die leblos bleiben.
Identität der Schere
Schmuck, Werkzeug, funktional, unverwechselbar, lebendig
World Youth Forum 2018
Heart Of Bread
Zutaten:
2.500 g österreichisches Mehl
2.500 g ägyptisches Mehl
Wasser
Salz
Grundnahrungsmittel
Nahrung des Lebens
Bringt uns an einem Tisch zusammen
Fördert Kommunikation
Zum Teilen
Eine Notwendigkeit und kein Luxus
Gallerie-Café Stockholm
Parallell
Basis und kulturelles Erbe
Freudenthal